Der Kunde schaute mich entsetzt an als ich ihm sagte, dass er seine neuen Produkte doch einfach mal selber fotografieren sollte. Er schüttelte mit dem Kopf und sagte mir, dass er schließlich keine Fotograf sei. Ich erwiderte darauf hin, dass er doch gute Fotos bei Instagram postet und anstatt sein Essen zu fotografieren, könnte er doch mal ein paar Produktbilder machen! Das passiert immer wieder, dass die Kunden recht ansprechende Bilder in Instagram oder Facebook posten, aber sich nicht trauen ein Bild von Ihren Verkaufsprodukten zu machen.

Eigentlich ist das heutzutage aber gar keine große Sache mehr. Die Bilder werden im Internet sowieso nur mit einer geringen Auflösung gepostet und reicht sogar ein Smartphone oder ein Tablet aus. Das Einzige was man beachten sollte ist, dass das eigentliche Produkt gut dargestellt ist. Außerdem sind ein paar Tips der Profis hilfreich. 

Die Sache mit dem Fotografen

Einen Fotografen wird von den meisten Kunden nur ein- oder zweimal gebucht. Das ist auch ganz gut, denn dann hat man einen professionellen Grundstock an Bildmaterial. Sie werden aber schnell feststellen, dass bestimmte Motive oder Ansichten fehlen. Ein typisches Beispiel sind Bilder die im Freien gemacht wurden. Diese sind bei schönstem Wetter erstellt worden, aber Sie benötigen ein Motiv mit Winter- oder Herbststimmung. Auf Webseiten z. B. von Hotels in Bayern und Österreich, ist das z. T. ganz irrwitzig gelöst worden. Der Fotograf war einmal im Sommer und einmal im Winter vor Ort. Das Ergebnis ist Erstaunlich, denn entweder liegen alle am Hotelpool in der Sonne oder alle fahren Ski. Ein Herbst und Frühjahr entfällt anscheinend in dieser Region. Ein weitere Nachteil ist, dass man beim Betrachten der Hotel-Webseite den Eindruck gewinnt in einen Urlaubsprospekt zu sehen. Unwillkürlich fragt man sich ob die Bilder noch authentisch sind? Mit anderen Worten, zu viel Hochglanz und Perfektion kann kontraproduktiv sein.

Fotos von Produkten und Dienstleistungen selber erstellen

Es gibt nicht nur sehr gute Gründe die Bilder selbst zu erstellen, sondern auch jede Menge Vorteile. Einer der wichtigsten Aspekte ist die Aktualität. 

Selber fotografieren heißt auch: aktueller und schneller sein

Wenn Sie z. B. gerade ein neues Produkt geliefert bekommen haben, dann können Sie es selber fotografieren und schon können Sie das Bild in Ihrem Blog, mit einer kurzen Beschreibung, posten. Außerdem verlinken Sie den Blogbeitrag mit Ihrem Facebook und Instagram Profil und schon haben Sie eine kostenlose Werbung geschaltet! Hashtags sollten natürlich auch noch verwendet werden. 

Da man in den sozialen Netzwerken i. d. R. nicht nur Produktbilder postet, hat man mit den selbsterstellten Bildern einen weiteren Vorteil: Die anderen Bilder, die Sie ja auch selber fotografieren, passen jetzt vom Stil, der Farbgebung und der Aussagekraft mit den Produktbildern zusammen. Dadurch stören die Produktbilder nicht den harmonischen Gesamteindruck.

Wiedererkennung und Marketing

Es gibt die Möglichkeit Ihr Logo in den Bildern einzubinden. Das ist aber sehr Produkt abhängig. Meistens rate ich meinen Kunden eher davon ab, denn die Logos werden fast immer als störende Werbung wahrgenommen. Bewährt hat sich allerdings bei den Produktbildern immer den gleichen Hintergrund zu verwenden. Das hat zwei Vorteile, erstens brauchen Sie sich nicht immer einen neuen Hintergrund auszudenken und zweitens erhöht das den Wiedererkennungseffekt. Das ist vor allem bei Instagram von Vorteil, denn die User scrollen relativ schnell durch die Flut von Bildern und erkennen so ganz schnell Ihre Bilder.

Bildrechte und Veröffentlichungen

Zum Schluss gibt es einen nicht unwesentlichen Grund die Bilder selber zu erstellen und das sind die Bildrechte! Wenn man Produktfotos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommt, dann sind diese oftmals befristet nutzbar. Das bedeutet, dass Sie die Bilder nach Ablauf der Geltungsdauer entfernen müssen. Das ist aber sehr problematisch. Stellen Sie sich vor, dass Sie das Bild aus Ihren Facebook und Instagram Account löschen und damit viele Kommentare und viele Likes verschwinden würden. Damit verschwindet auch Ihre Produkteinführung in Ihrer “Zeitachse”. Ein weitere Aspekt ist das Bild in Ihrem Blogbeitrag. Wenn Sie das Bild mit den entsprechenden Hintergrundinformationen für Google versehen haben, dann wird Google nach dem löschen einen Fehler auf Ihrer Webseite feststellen. Das alles können Sie vermeiden wenn Sie selber die Bilder erstellen, denn in diesem Fall liegen die Bildrechte automatisch bei Ihnen!