Brauchen Eisdielen eigentlich einen Blog?

Brauchen Eisdielen eigentlich einen Blog?

Diese Frage nach einem Blog wird mir sehr oft gestellt. Eigentlich ist die Frage relativ einfach zu beantworten. Allerdings muss man den Kunden erst die Möglichkeiten und die Funktionsweise eines Blogs erklären. Vielen Firmen ist einfach nicht klar was diese mit einem gut geführten Blog erreichen können! Ich erkläre das gerne an etwas was wir alle mögen, an Eiscreme!

Also stellen wir uns vor, wir betreiben eine Eisdiele:

Um uns von anderen Eisdielen zu unterscheiden kreiren wir eine neue Eissorte. Auf der Webseite stellen wir die neue Eissorte natürlich vor, allerdings dürfte der gewünschte Werbeeffekt sicherlich eher mäßig sein.

Jetzt kommt unser Blog zum Zuge! Hier können wir vollmundig über die neue Eiskreation berichten. Im Gegensatz zur Webseite wirkt das vollmundige Ankündigen jedoch nicht so prahlerisch wie auf der Webseite. Wir berichten also über die Entstehung und Herstellungsschritte, am besten noch mit kleinen Videos. Nicht zu vergessen, wie wir überhaupt auf die Idee zu diesem Eis gekommen sind. Floskeln wie: „…schon als Kind wollte ich immer schon…“ geben dem neuen Eis eine schöne Background Story. Man nennt das „Storytelling“! Der Effekt liegt auf der Hand, ein Produkt mit Geschichte ist mehr wert und wir haben die Möglichkeit alle Produktvorteile einzubauen! Man kann sogar einen Schritt weiter gehen und sein Produkt besser darstellen als andere Mitbewerberprodukte.

Werbebotschaften im Blogbeitrag

Wir haben bei der Herstellung des Eises auf den Zusatzstoff XY verzichtet.

Das haben wir gemacht weil unsere Kunden immer wieder explezit nach einer Sorte ohne diesen Inhaltsstoff gefragt haben.

Diese Kunden haben ein Probleme mit diesem Zusatzstoff der fast immer bei der Eisherstellung verwendet wird!

Hier die Analyse des Satzes, also was wir eigentlich gesagt haben:

 Wir haben bei der Herstellung des Eises auf den Zusatzstoff XY verzichtet. = Produktvorteil – wir stellen auch ein Eis ohne diesen Zusatzstoff her!

 

Das haben wir gemacht weil unsere Kunden immer wieder explezit nach einer Sorte ohne diesen Inhaltsstoff gefragt haben. = Dieser Zusatzstoff ist im Eis nicht wirklich notwendig und wir gehen auf unsere Kundenwünsche ein!

 

Diese Kunden haben ein Probleme mit diesem Zusatzstoff der fast immer bei der Eisherstellung verwendet wird! = Der Zusatzstoff ist problematisch und er wird fast immer verwendet, also alle anderen Eisdielen verwenden ihn!

Wir haben mit unsere Formulierung nichts behauptet was nicht stimmt, aber der Kunde macht sich sein eigenes Bild. Zweifelsohne hat er jetzt einige Gründe bekommen warum unser Eis besser sein sollte als das der umliegenden Eisdielen. Wenn man jetzt denkt, dass der Aufwand für eine neue Eissorte vielleicht etwas übertrieben ist, der irrt sich. Der einmal gepostete Beitrag bereichert die Webseite, den Blog und die Social-Media-Kanäle. Damit erreicht man eine Vielzahl an potenziellen Kunden und das erstmal kostenlos!

Also fangen Sie an zu bloggen, sonst tun es Ihre Mitbewerber!

Ich habe meinen Blog wegen der DSGVO eingestellt!

Ich habe meinen Blog wegen der DSGVO eingestellt!

Ich habe meinen Blog wegen der DSGVO eingestellt!

Wir alle wissen es schon seit Monaten oder sollten es zumindest wissen: die DSGVO kommt! Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, tritt am 25. Mai 2018 in Kraft!

 

Ich habe mich deshalb entschlossen, meinen Lifestyle Blog der gleichzeitig auch als Travel- und Fotoblog zu sehen ist, lieber erst einmal abgeschaltet! Warum? Ganz einfach: das Risiko als Blogger und Fotograf eine Abmahung oder ähnliches zu erhalten ist mir eindeutig zu hoch!

 

Mit dieser Entscheidung stehe ich allerdings in diesen Tagen nicht alleine dar, denn andere Blogger überlegen sich auch gerade ob das Nutzen- Risikoverhältnis noch stimmt.

 

Was sind meine persönlichen Gründe den Blog wegen der DSGVO zu löschen?

Mein Blog waren immer mit sehr viel Bildmaterial ausgestattet. Im meinen ca. 60 Blogbeiträgen waren über 800 Bilder veröffentlicht. Dabei sind natürlich sehr viele Fotos dabei auf denen Personen zu sehen sind. Bis jetzt war das kein Problem, denn die Abgebildeten waren, nach alter Rechtsauffassung, sogenanntes „Beiwerk“. Das bedeutet, dass die Sehenswürdigkeit den Hauptaugenmerk und den Großteil des Bildes ausmacht. Die umherstehenden Personen auf dem Bild nennt man einfach „Beiwerk“. In der Welt der analogen Fotografie war das auch kein Problem, allerdings mit der Zoomgfähigkeit digitaler Bilder und den Bilddaten, wie Ort oder Uhrzeit heutzutage, gibt es ganz andere Möglichkeiten. Das wiederum bedeutet, dass jede dieser abgelichteten Personen ein Recht hat mich abzumahnen. Dass keine schriftliche Einverständniserklärung von den Abgebildeten vorliegt, liegt in der Natur der Sache. Man kann ja schlecht vor dem Kolosseum in Rom erst alle Touristen nach einer schriftlichen Genehmigung fragen, oder? Abgesehen davon, dass man die so gewonnen Daten wiederum nach den Vorschriften der GSGVO verarbeiten und sicher muss!

Welche Folgen die neue Gesetzeslage ab dem 25.05.2018 das für die Event- und Street-Fotografie hat beschreibe ich in meinem Blogbeitrag:

Ist eine Eventfotografie mit DSGVO noch möglich?

Wird unsere Online-Welt mit der DSGVO jetzt besser oder langweiliger?

Diese Frage ist recht komplex und auch gar nicht so einfach zu beantworten. Fact ist,  dass es zwei Seiten der Medaille gibt. Vermutlich werden einige sich jetzt ein bisschen mehr überlegen welche Bilder sie ins Netzt stellen, das ist auch gut so.

Andererseits bin ich mir nicht sicher ob die Leute die komplimentierende und peinliche Bilder ins Netz gestellt haben damit aufhören. Ich bezweifle nämlich, dass diese Personengruppe irgendetwas von der DSGVO mitbekommen hat.

Eines bleibt nach dem ganzen Aufwand allerdings zu hoffen, wenn jemand ein berechtigtes Interesse daran hat, dass sein peinliches Bild gelöscht werden sollte, dann hat derjenige ab dem 25.05.2018 sicherlich mehr Rechte und das ist sehr gut und auch lange überfällig!

Auf der anderen Seite werden sicherlich einige Interessante Bildreportagen von Reisen und Sehenswürdigkeiten leiden. Denn schon jetzt fragt sich eine gute Bloggerin oder Blogger welches Foto veröffentlicht wird und welches nicht. Die Gesichter aller Touristen vor dem Kolosseum in Rom zu verpixeln ist auch keine Alternative!

Ich bin gespannt was passiert, denn eines ist jetzt schon klar: die Heerscharen von Abmahnanwälten werden sich diese Möglichkeit sicher nicht entgehen lassen!